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Pflegebonus: Fällt unter Steuerfreiheit für coronabedingte Sonderzahlungen

12.07.2022

Weil Pflegekräfte während der Pandemie besonders belastet waren, erhalten sie in 2022 einen einmaligen Pflegebonus. Dieser fällt unter die Steuerfreiheit für coronabedingte Sonderzahlungen. Die Prämie komme also bis zur Höchstgrenze hundertprozentig bei den Pflegekräften an, so die Lohnsteuerhilfe Bayern e.V.

500 Millionen Euro würden auf 837 Kliniken aufgeteilt, in denen im Jahr 2021 mehr als zehn Corona-Patienten länger als 48 Stunden beatmet werden mussten. Besonders profitieren sollen laut Lohnsteuerhilfe die Intensivpflegekräfte und Pflegefachkräfte in der unmittelbaren Patientenversorgung bettenführender Stationen, die 2021 mindestens 185 Tage im Krankenhaus beschäftigt waren.

Die Krankenhausträger sollen das Geld zwischen den prämienberechtigten Beschäftigten in Absprache mit dem Personal- oder Betriebsrat aufteilen. In Abhängigkeit von der Gesamtzahl der Bonusberechtigten je Klinik könne der Bonus für Intensivpflegekräfte bis zu 2.500 Euro betragen, derjenige der Pflegefachkräfte bis zu 1.700 Euro. Die Auszahlung des Pflegebonus solle zeitnah ab dem 30.06.2022, spätestens innerhalb von vier Wochen nach Auszahlung durch den GKV-Spitzenverband, an die Pflegekräfte durch die Klinikleitung über die monatliche Lohnabrechnung erfolgen.

Nach Angaben der Lohnsteuerhilfe werden ebenfalls 500 Millionen Euro auf Pflegekräfte in der Alten- und Langzeitpflege, die zwischen November 2020 und Juni 2022 mindestens drei Monate in einem Heim gearbeitet haben, verteilt. Die kleine Anerkennung werde nach Qualifikation, Arbeitszeit und Nähe zur Patientenversorgung gestaffelt und kann bis zu 550 Euro betragen. Bei der Neuauflage des Pflegebonus gebe es ganz konkrete Vorgaben, wer wieviel bekommt.

Vollzeitbeschäftigte Pflegekräfte in der direkten Pflege und Betreuung bekämen bis zu 550 Euro, andere Beschäftigte bis zu 370 Euro, sofern sie ein Viertel ihrer Arbeitszeit mit den Pflegebedürftigen verbringen. Auszubildende würden mit bis zu 330 Euro, Freiwilligendienstleistende und Helfende im Freiwilligen Sozialen Jahr mit rund 60 Euro bedacht. Auch pflegende Mitarbeitende in der Zeitarbeits- und Leiharbeitsbranche, in Servicegesellschaften sowie DRK-Schwesternschaften gehörten zum Kreis der Anspruchsberechtigten und bekämen einen Bonus von 190 Euro, so die Lohnsteuerhilfe.

Ausgezahlt werde die Pflegeprämie durch den Arbeitgeber, bei dem man am 30.06.2022 beschäftigt ist. Dieser sei verpflichtet, den Pflegebonus mit der nächsten Lohnauszahlung nach der Auszahlung durch die Pflegekassen Ende September, spätestens aber bis Ende 2022 auszuzahlen. Den Pflegeeinrichtungen stehe es frei, diesen geringfügigen Bonus aufzustocken.

Die diesjährige Steuerfreiheit von Bonuszahlungen in der Pflege sei bis zu einer Höhe von 4.500 Euro gesetzlich ausgeweitet worden, betont die Lohnsteuerhilfe. Bis zu dieser Höhe seien die Prämien auch sozialabgabenfrei. Somit könnten problemlos tarifvertragliche oder weitere freiwillige Boni durch die Arbeitgeber bis zum 31.12.2022 zum Pflegebonus dazukommen. Auch die Bundesländer könnten den Pflegebonus in Eigenregie noch aufbessern.

Andere Mitarbeitende im medizinischen Bereich, wie medizinische Fachangestellte, zahnmedizinische Fachangestellte sowie Beschäftigte im Rettungswesen, erhielten keinen Pflegebonus. Jedoch könnten diese Beschäftigten in Arztpraxen, Dialysezentren, psychiatrischen und Reha-Einrichtungen genauso von der Steuerfreiheit profitieren, wenn sie von ihrem Arbeitgeber einen freiwilligen Corona-Bonus erhalten.

Lohnsteuerhilfe Bayern e.V., PM vom 05.07.2022

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