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Das Werbungskosten-ABC

wichtige Posten kurz erklärt

Werbungskosten sind alle Kosten, die im Zusammenhang mit dem Beruf stehen. Dazu gehören die Kosten, eine Arbeitsstelle zu bekommen und auch zu behalten, also Bewerbungskosten, Fortbildungskosten oder auch die Fahrtkosten für Wege von der Wohnung zur Arbeit, und einiges mehr. Die Werbungskosten werden auf dem Formular – Anlage N eingetragen.

Arbeitnehmer-Pauschbetrag: Für die Werbungskosten gibt es einen Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr, der automatisch vom Finanzamt berücksichtigt wird. Es lohnt sich also, lediglich dann die Kosten anzugeben, wenn die Aufwendungen mehr als 1.000 Euro im Jahr betragen.

Im Werbungskosten-ABC werden die wichtigsten Posten kurz erläutert:

Arbeitsmittel

Arbeitsmittel gehören zu den Werbungskosten, deshalb sollte man Quittungen für Fachliteratur, Büromaterialien, typische Berufskleidung u. ä. unbedingt sammeln. Ohne Nachweis erkennen die Finanzämter meist 110 Euro pro Jahr an. Sind die tatsächlichen Kosten für Arbeitsmittel höher, sollte man diese einzeln angeben.

Berufsbekleidung & Bewerbungskosten

Berufsbekleidung

Hier werden nur für den Beruf typische Kleidungsstücke, etwa bei Branchen mit festen Kleidervorschriften, anerkannt. Häufig handelt es sich dabei um Arbeitsschutzbekleidung oder Kleidung mit dauerhaft angebrachtem Firmenemblem. Dazu gehören beispielsweise Arztkittel, Sportsachen eines Berufssportlers, Amtstrachten bei Richtern, Staatsanwälten, Rechtsanwälten und Geistlichen oder Werkanzüge eines Handwerkers. Der Anzug eines Bankangestellten zählt allerdings nicht dazu, denn dieser kann auch zu privaten Anlässen getragen werden. Auch Kosten für die Reinigung der typischen Arbeitsbekleidung sind Werbungskosten. Es ist egal, ob die Reinigung zu Hause oder in der Textilreinigung erfolgt.

Bewerbungskosten

Aufwendungen für Bewerbungen, wie Kosten für die Bewerbungsmappen, Porto, Kopien, Bewerbungsfotos, Inserate, bis hin zu den Reisekosten für Reisen zu Bewerbungsgesprächen, zählen zu den Werbungskosten. Geleistete Erstattungen vom Arbeitsamt oder vom potenziellen Arbeitgeber müssen jedoch abgezogen werden.

Computer

Die Anschaffung eines Computers, Laptops oder Tablets kann steuerlich geltend gemacht werden, wenn ein enger Zusammenhang zum eigenen Beruf nachgewiesen werden kann. Wird der Computer ausschließlich beruflich genutzt, können die gesamten Anschaffungskosten als Werbungskosten geltend gemacht werden. Wird der Computer sowohl beruflich als auch privat genutzt, müssen die Anschaffungskosten für den Computer aufgeteilt werden. Dabei akzeptiert die Finanzverwaltung grundsätzlich eine Aufteilung in 50 Prozent berufliche Nutzung und 50 Prozent Privatnutzung.

Doppelte Haushaltsführung

Eine doppelte Haushaltsführung liegt vor, wenn der Arbeitnehmer in einer anderen Stadt arbeitet als er wohnt. Unterhält er am Arbeitsort eine zweite Wohnung, so können die Kosten für die Zweitwohnung, die Umzugskosten dorthin sowie die Fahrtkosten zur Familie in der Steuererklärung aufgeführt werden. In den ersten drei Monaten gelten außerdem Pauschalen für die erhöhten Verpflegungsmehraufwendungen, d. h. bis zu 24 Euro pro Tag können in der Steuererklärung angegeben werden. Hat der Arbeitgeber diese Kosten jedoch bereits steuerfrei erstattet, dürfen die Ausgaben nicht bzw. nur gemindert in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Zudem können die Kosten für die Unterkunft wie z. B. Miete mit maximal 1.000 Euro pro Monat abgesetzt werden.

Fahrtkosten

Fahrtkosten

Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte können mit der sogenannten Entfernungspauschale abgesetzt werden. Für die einfache Entfernung zwischen Wohnung- und Arbeitsplatz kann pro Kilometer ein Betrag in Höhe von 0,30 Euro angesetzt werden. Dabei spielt es keine Rolle, mit welchem Verkehrsmittel die Strecke zurückgelegt wurde oder ob der Arbeitnehmer zu Fuß zur Arbeit geht. Berücksichtigt wird vom Finanzamt grundsätzlich aber nur die kürzeste Straßenverbindung! Dies gilt selbst dann, wenn man mit der Bahn einen längeren Weg fährt.

Fortbildungskosten

Die Kosten einer beruflichen Aus- oder Fortbildung sind als Werbungskosten abzugsfähig. Dazu zählen beispielsweise Kursgebühren oder die Kosten für den Fahrweg zur Fortbildungsstelle. Voraussetzung für den Steuerabzug ist, dass man die Kosten selbst gezahlt hat. Übernimmt der Chef die Kosten für den Lehrgang oder erstattet er die Fahrtkosten, so können die Aufwendungen nicht mehr in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

 

Home Office

Wer auch zuhause arbeitet und dafür ein Arbeitszimmer eingerichtet hat, kann die Kosten für diesen Raum unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend machen:

  • Bildet das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit, dann können die Aufwendungen und die Kosten für die Ausstattung für das Arbeitszimmer vollständig als Werbungskosten angesetzt werden. Dies ist insbesondere bei Selbstständigen der Fall.
  • Lehrer oder Außendienstmitarbeiter haben häufig das Problem, dass in der Schule oder im Unternehmen kein eigener Arbeitsplatz zur Verfügung steht. In diesem Fall sind die Aufwendungen begrenzt bis zur Höhe von 1.250 Euro je Kalenderjahr abziehbar.

Kontoführungsgebühren

Ohne Einzelnachweise erkennt das Finanzamt pauschal 16 Euro jährlich als Kontoführungsgebühren an.

Steuersoftware

Steuersoftware

Steuererklärungsprogramme sowie Fachliteratur zum Anfertigen der Steuererklärung sind bis zu einem Wert von 100 Euro pro Jahr voll als Werbungskosten abzugsfähig. Bei höheren Aufwendungen können entweder 100 Euro oder 50 Prozent der Aufwendungen abgesetzt werden. Der Steuerzahler kann die jeweils günstigere Variante wählen.

Studienkosten

Die Kosten für ein sogenanntes Zweitstudium können ebenfalls als Werbungskosten abgesetzt werden. Als Zweitstudium gilt ein Studium, das nach abgeschlossenem Erststudium oder nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung aufgenommen wird. Bereits das Masterstudium gilt als Zweitstudium, sodass die Kosten dafür als Werbungskosten angegeben werden können. Abzugsfähig sind etwa Studiengebühren, Kosten für Fachliteratur oder für ein Auslandssemester.

Umzugskosten

Umzugskosten können steuerlich geltend gemacht werden, wenn der Wohnungswechsel beruflich veranlasst ist und sich durch den Umzug die Fahrtzeit zur Arbeit deutlich verkürzt. Abgesetzt werden können dann die Kosten eines Umzugswagens oder der Spedition, Maklergebühren und doppelte Mietzahlungen. Außerdem zählen auch Reisekosten im Zusammenhang mit dem Umzug dazu. Absetzbar ist zusätzlich ein Pauschbetrag für „sonstige Umzugskosten“.

Aktuell gelten folgende Pauschalen:

Ledige
  • ab: 1. März 2018: 787 €
  • ab 1. April 2019: 811 €
Ehepartner / eingetragene Lebenspartner
  • ab 1. März 2018: 1.573 €
  • ab 1. April 2019: 1.622 €
Jedes weitere Haushaltsmitglied
  • ab 1. März 2018: 347 €
  • ab 1. April 2019: 357 €
Angaben gemäß BMF-Schreiben vom 21. September 2018

 

Für den Umzug können nur die Kosten angegeben werden, die der Steuerzahler tatsächlich selbst trägt. Bezahlt der Arbeitgeber zum Beispiel ein Umzugsunternehmen, können diese Ausgaben nicht in der Steuererklärung abgesetzt werden. Wer aus privaten Gründen umzieht, kann die Kosten für ein Umzugsunternehmen oder einen Handwerker bei den haushaltsnahen Dienstleistungen/Handwerkerleistungen absetzen.