Rechtstipp: Sorgerecht - Verweigert sich der Sohn dem Vater, liegt das nicht automatisch an der Mutter
Verweigert ein11-jähriger Junge nach der Scheidung seiner Eltern den Umgang mit dem Vater, sokann nicht pauschal davon ausgegangen werden, dass das Kind vom anderenElternteil (also von der der Mutter, wo der Junge mit seiner kleinen Schwesterlebt) manipuliert wird. Gibt es dafür keine Anhaltspunkte, so ist nicht davonauszugehen, dass das Kind negativ beeinflusst wird. Das gelte insbesonderedann, wenn die 5-jährige Schwester ihren Vater regelmäßig besucht. Der Vaterkann nicht durchsetzen, dass ihm das Sorgerecht übertragen wird. Ebenso seieine gemeinsame Ausübung des Sorgerechts angesichts des eskaliertenElternkonflikts nicht mehr denkbar, wenn auch der Vater für die noch Jahre nachder Trennung herrschende strittige Familiensituation eine nicht unerheblicheMitverantwortung trage. (OLG Frankfurt am Main, 7 UF 88/25) - vom 05.01.2026 PM3/13.01.2026