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Wohnraumkrise: Auch steuerliche Maßnahmen sollen entgegenwirken

13.03.2026

Das Europäische Parlament hat am 11.03.2026 Empfehlungen zurBekämpfung der Wohnraumkrise in der EU verabschiedet – darunter auchsteuerliche Maßnahmen.

Damit es künftig mehr angemessenen, nachhaltigen undbezahlbaren Wohnraum gibt, fordern die Europaabgeordneten, der Plan der EU-Kommissionfür bezahlbaren Wohnraum möge spezifische Mittel für Renovierungen,die Verbesserung der Energieeffizienz von Wohngebäuden und die Bekämpfung vonEnergiearmut vorsehen. Alle neuen Wohnungen sollten Qualitätsstandards in Bezugauf Isolierung, Energieeffizienz und Luftqualität erfüllen.

Angesichts zunehmender Kurzzeitvermietungen fordern dieAbgeordneten, dass das künftige Gesetz ein Gleichgewicht zwischen Tourismus undZugang zu bezahlbarem Wohnraum herstellt. Es sollte gemeinsame Ziele aufEU-Ebene festlegen und gleichzeitig den EU-Ländern, Regionen und lokalenBehörden die Flexibilität lassen, Maßnahmen zu konzipieren und umzusetzen, diean ihre spezifischen territorialen Gegebenheiten und Wohnungsmärkte angepasstsind.

Die Abgeordneten fordern außerdem einen angemessenen Anteilan öffentlichen und sozialen Wohnungen in den Städten der EU, um dieBezahlbarkeit und das Angebot an Wohnraum für schutzbedürftige Menschen zuverbessern.

Das Parlament verurteilt die illegale Besetzung von Häusernund fordert strengere Maßnahmen zum Schutz der Eigentümer. Es fordert dieMitgliedstaaten auf, den Schutz der Mieterrechte zu stärken, faire Bedingungenzu gewährleisten und unverhältnismäßige Mieterhöhungen zu verhindern.

Zudem sprechen sich die Parlamentarier für steuerlicheAnreize zur Unterstützung von Haushalten mit niedrigem und mittlerem Einkommen,die Beseitigung steuerlicher Hindernisse (zum Beispiel hoheRegistrierungsgebühren) für Erstkäufer und steuerliche Bedingungen, dielangfristige Mietverträge erschwinglicher machen, aus.

Der Bericht fordert darüber hinaus mehr EU-Investitionen inden Wohnungsbau. Zudem sollen nicht genutzte Mittel aus dem Aufbau- undResilienzplan umverteilt werden, um den Bau und die Renovierung vonSozialwohnungen, öffentlichen Genossenschaftswohnungen und erschwinglichemWohnraum zu unterstützen.

Der Bericht regt auch dazu an, die Vorschriften fürstaatliche Beihilfen zu überarbeiten, um öffentliche Investitionen in densozialen Wohnungsbau zu erleichtern. Dabei sollen die Unterschiede dernationalen Märkte respektiert werden.

Die Abgeordneten fordern die Kommission auf, einVereinfachungspaket zur Verringerung des Verwaltungsaufwands im Wohnungsbauvorzulegen. Sie wünschen sich einfachere Genehmigungsverfahren, beispielsweisedigitale Genehmigungsverfahren, und eine Frist von 60 Tagen für die Erteilungvon Genehmigungen.

Auch müsse die EU ihre industrielle Souveränität im Bau- undRenovierungssektor stärken. Die Abgeordneten fordern die Kommission auf,innovative und nachhaltige Produkte zu fördern und den Binnenmarkt fürRohstoffe zu stärken. Außerdem soll sie Mindestanforderungen für die Herkunft "Madein EU" für Komponenten in von der EU kofinanzierten Projekten aufnehmen.

Schließlich drängen die Abgeordneten auf Maßnahmen zurVerbesserung der Arbeitsbedingungen von Fachkräften durch Ausbildung und faireLöhne. Sie fordern eine leichtere Mobilität der Arbeitnehmer innerhalb der EU,die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen und, falls erforderlich,die Anwerbung von Fachkräften aus Drittländern.

Europäisches Parlament, PM vom 10.03.2026

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