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Thüringer Finanzverwaltung gründet Task Force zur Influencerbesteuerung
Die Thüringer Finanzministerin Katja Wolf hat am 7. April2026 die Einrichtung einer Task Force zur Influencerbesteuerung vorgestellt.Ziel der Task Force ist es, Einnahmen aus Social-Media-Aktivitäten in Thüringensystematisch zu erfassen und eine sachgerechte Besteuerung sicherzustellen.
Passend dazu gibt es auch eine kleine Broschüre, in derdargestellt wird, auf was Influencerinnen und Influencer in Sachen Besteuerungihrer Einnahmen zu beachten haben. »Wir wollen Steuergerechtigkeit herstellen,aber auch verhindern, dass junge Menschen ungewollt in eine Steuerfalletappen«, sagt Finanzministerin Katja Wolf.
Im vergangenen Jahr sorgten Schlagzeilen über möglichenSteuerbetrug durch Influencerinnen und Influencer bundesweit fürAufmerksamkeit. »Auch Thüringen liegt inzwischen umfangreiches Datenmaterialvor, das unsere Zuständigkeit betrifft«, erklärte die Ministerin. »Es gibt imSocial-Media-Bereich ein erhebliches Potenzial, dem Staat Einnahmenvorzuenthalten. Dem möchten wir mit klaren Regeln, gezielter Aufklärung undeiner aktiven Steuerverwaltung begegnen.«
Aufklärung und Transparenz als zentrale Säulen
Ein zentrales Anliegen der Ministerin ist es, sowohlInfluencerinnen und Influencer als auch die Öffentlichkeit über steuerlichePflichten im Social-Media-Bereich zu informieren. Hierzu wurde ein leichtverständlicher Flyer erstellt, der online auf den Webseiten der ThüringerFinanzverwaltung unter https://finanzamt.thueringen.de/service/publikationen sowieauf den Social-Media-Kanälen verfügbar ist. »Vielfach sind es auch jüngereMenschen, die bisher noch nie oder kaum mit Steuerfragen in Berührung kamen. Dawollen wir mit der Broschüre Hilfestellung geben«, so Ministerin Katja Wolf.
Personen, die unsicher über ihre steuerlichen Pflichtensind, werden ermutigt, sich an ihr zuständiges Finanzamt zu wenden odersteuerberatende Berufe hinzuzuziehen. Auch die Möglichkeit einerstrafbefreienden Selbstanzeige besteht.
Task Force gestartet
Die neu gegründete Task Force besteht aus 15 Mitgliedern ausTheorie und Praxis, darunter Steuerfachleute des Finanzministeriums,Steuerfahnder, Betriebsprüfer und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter derSteueraufsichtsstelle.
Ziel ist es, alle Fachbereiche von der steuerlichenAnmeldung bis hin zu Ermittlungsmaßnahmen eng zu vernetzen und dieSteuerpflichtigen systematisch zu identifizieren.
Die Task Force startet mit der Prüfung bereits bekannterInfluencer und Social-Media-Akteure in Thüringen. »Aktuell sind 516hauptberufliche Influencer und Influencerinnen erfasst. Dazu kommen zahlreichenebenberuflich tätige Social-Media-Akteure. Wir gehen jedoch von einerDunkelziffer aus, da viele unter Fantasienamen agieren«, informiert MinisterinKatja Wolf.
Die Auswertung umfasst mehr als 100.000 Datensätze vonPlattformen wie YouTube, OnlyFans und Twitch. Die gewonnenen Erkenntnissesollen sowohl zu Mehreinnahmen führen als auch die Basis für weitere, gezielteMaßnahmen bilden.
Ziele und Perspektiven
»Für uns ist entscheidend, strukturellenBesteuerungsdefiziten nachzugehen und Steuergerechtigkeit herzustellen – dasist unser gesetzlicher Auftrag«, so Ministerin Katja Wolf. Erste Ergebnisse ausBetriebsprüfungen werden für die Jahre 2021 bis 2023 erwartet; belastbareAussagen zu den Steuermehreinnahmen seien derzeit noch nicht möglich.
Ministerin Wolf: »Mit der Task Force zeigt Thüringen, dassdie Steuerverwaltung auch im digitalen Bereich aktiv ist und dafür sorgt, dassEinnahmen fair erfasst und versteuert werden.«
FinMin Thüringen, Pressemitteilung vom 07.04.2026