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Hannover sattelt ordentlich drauf – Bremen etwas günstiger

Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen e. V. / Presseinformation 11.05.2020, JV

BdSt vergleicht Wohnnebenkosten in den Landeshauptstädten

In keiner anderen Landeshauptstadt sind die Wohnnebenkosten in den letzten Jahren so stark gestiegen wie in Hannover. Rund 200 Euro muss der Musterhaushalt inzwischen mehr berappen als noch im Jahr 2016 – eine Steigerung von 11 Prozent. Mit Gesamtkosten von 1.960 Euro landet Hannover im Jahr 2020 auf dem fünftletzten Platz des BdSt-Rankings. In erster Linie ist dies auf die deutlich gestiegenen Abfallgebühren zurückzuführen, bei denen die niedersächsische Landeshauptstadt ohnehin bereits die „rote Laterne“ trug. In Bremen sind die Wohnnebenkosten seit 2016 um 13,20 Euro leicht gesunken, was angesichts der Gesamtbelastung von 2.163 Euro jedoch keine spürbare Erleichterung bietet. Bremen landet nach wie vor auf dem drittletzten Platz des BdSt-Rankings. Höhere Belastungen fallen lediglich in Hamburg (2.191 Euro) und West-Berlin (2.280 Euro) an. Am günstigsten wohnt man im rheinlandpfälzischen Mainz (1.424 Euro).

Bei seinem Ranking hat der Bund der Steuerzahler die Belastung der Wohnnebenkosten für einen Drei-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus in städtischer Randlage (zweigeschossig; mit 120 qm Wohn- und 300 qm Grundstücksfläche) ermittelt und dabei sechs Kostenfaktoren berücksichtigt: Im Einzelnen sind das die Trinkwasserpreise, die Schmutzwasser-, Niederschlagswasser- und Abfallgebühren sowie die Grundsteuer und der Rundfunkbeitrag (bundesweit einheitlich: 210 Euro/Jahr).

Hannover verzeichnet gegenüber 2019 mit einem Kostensprung von 78 Euro auf nunmehr 1.960 Euro den zweitgrößten Anstieg aller Landeshauptstädte. Seit 2016 stiegen die Kosten sogar um fast 200 Euro (bzw. 11 Prozent) und damit so viel wie in keiner anderen der untersuchten Städte. Noch im vorletzten Jahr erhob Hannover „nur“ die achthöchsten Gebühren, inzwischen sind es die fünfthöchsten. Zudem schmilzt der Abstand auf das unrühmliche „Podest“, auf dem sich nach West-Berlin (2.280 Euro) und Hamburg (2.191 Euro) auch Bremen (2.163 Euro) wiederfindet – trotz der jüngsten Senkung der Abwasserwassergebühren um knapp 37 Euro. Seit der ersten BdSt-Erhebung im Jahr 2016 sanken die Wohnnebenkosten in Bremen insgesamt um 13,20 Euro.

Die detaillierten Ergebnisse des BdSt-Checks:

Größter Wohnnebenkostentreiber ist die Grundsteuer. Hier reicht die Jahresbelastung für den Drei-Personen-Haushalt von 296 Euro im sachsen-anhaltinischen Magdeburg bis 1.050 Euro in Hamburg. Bremen verlangt mit 1.008 Euro die dritthöchsten Grundsteuerabgaben. Der Bund der Steuerzahler hält die Belastung wegen des Hebesatzes von 695 Prozent für zu hoch und hält den Einwand des Senats, dass mit der Grundsteuer anders als in anderen Städten auch Kosten der Straßenreinigung abgedeckt seien, nicht für durchschlagend, da sich diese in der Regel auf deutlich unter 100 Euro belaufen. Hannover liegt mit 621 Euro bei einem Hebesatz von 600 Prozent 53 Euro über dem Durchschnitt aller Landeshauptstädte.

Bei einem durchschnittlichen Trinkwasserverbrauch (132 cbm/Jahr) zahlt der Musterhaushalt in Berlin mit 263 Euro am wenigsten, gefolgt von München mit 321 Euro. Vergangenes Jahr konnte Hannover diesen Platz für sich beanspruchen, rutschte wegen der diesjährigen Gebührenanhebung um 30,36 Euro jedoch vier Plätze nach hinten. Mit nunmehr 344 Euro rangiert Hannover unter anderem hinter Bremen, wo knapp 330 Euro fällig werden. Am teuersten ist Trinkwasser in Saarbrücken (497 Euro), die Durchschnittsgebühr liegt bei 361 Euro.

Für die Schmutzwassergebühren (ebenfalls 132 cbm/Jahr) werden durchschnittlich 306 Euro jährlich fällig. Mit 308 Euro liegt die Schmutzwassergebühr in Hannover also im Durchschnitt. Am wenigsten zahlt der BdSt-Musterhaushalt in Mainz (185 Euro). In Bremen werden mit 335 Euro zwar überdurchschnittlich hohe Gebühren fällig, allerdings gelten diese einheitlich sowohl die Kosten für Schmutz- als auch Niederschlagswasser ab. Zudem sanken sie gegenüber dem Vorjahr deutlich um 37 Euro.

Die niedrigsten Niederschlagswassergebühren (130 qm vollversiegelte Fläche) verlangt mit 78 Euro ebenfalls Mainz. In Hannover liegen die Niederschlagswassergebühren mit 88 Euro unter dem durchschnittlichen Gebührensatz der Landeshauptstädte von 118 Euro. Am teuersten ist Berlin mit 234 Euro.

Bei den Abfallgebühren (Bio- und Restmülltonne; je 60 Liter bei wöchentlicher bzw. 120 Liter bei zweiwöchiger Leerung; nebst Zusatzleistungen) steht Hannover mit knapp 390 Euro weiterhin unangefochten auf dem unrühmlichen letzten Platz. Im Vergleich zum Vorjahr konnte man diesen „Vorsprung“ wegen weiterer Gebührenanhebungen sogar noch um 47 Euro ausweiten. Gegenüber 2016 stieg die Gebühr sogar um 87 Euro bzw. fast 30 Prozent. Diese enorme Belastung lässt sich nach BdSt-Auffassung keinesfalls durch die für Region- und Stadt einheitliche Gebührenkalkulation rechtfertigen. Auch die „kostenlosen“ Serviceleistungen, die laut aha für etwa ein Viertel der Gebührenhöhe verantwortlich sind, können nicht der ausschlaggebende Grund sein. Schließlich bieten die anderen Landeshauptstädte vergleichbare Serviceleistungen an. Auch in Bremen liegen die Gebühren mit 280 Euro über dem Durchschnitt aller Landeshauptstädte (238 Euro).

Anmerkung für die Redaktionen:

Den vollständigen BdSt-Vergleich zu den Wohnnebenkosten in den Landeshauptstädten entnehmen Sie bitte dem Anhang.

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Ihr Ansprechpartner

Jan Vermöhlen
Referent für Haushalts- und Finanzpolitik / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Jan Vermöhlen

Ellernstraße 34, 30175 Hannover 0511 515183-0 Vermoehlen@steuerzahler.de
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