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Auf der Blockspitze zwischen Skalitzer- und Oranienstraße in Kreuzberg gibt es jetzt einen Fahrradtresen.
© alle Fotos Alexander Kraus, BdSt Berlin

Kreuzberger Fahrradtresen

Bund der Steuerzahler Berlin e. V. / Meldungen 09.12.2022, Alexander Kraus

„Innovation“ ohne Bierausschank

Kreuzberg ist um eine Attraktion reicher. Unweit der U-Bahnstation Görlitzer Bahnhof finden Freunde des gepflegten Pedalierens jetzt einen Fahrradtresen. Der Bund der Steuerzahler fragte nach, was diese Errungenschaft gekostet hat. Bier gibt es an dem Tresen allerdings nicht.

Radfahren macht durstig, besonders, wenn man durch den Kreuzberger Berufsverkehr pest. Freunde des gepflegten Pedalierens finden jetzt unweit der U-Bahnstation Görlitzer Bahnhof auf der Blockspitze zwischen Skalitzer- und Oranienstraße einen Fahrradtresen. Der feuerwehrrote Tresen bietet dabei Platz für drei Pedalritter. Aussparungen für das Vorderrad erlauben ein bequemes Einparken. Die Füße können auf eigens vorgesehenen Fußrasten abgestellt werden. Wer auf ein kühles Blondes hofft, wird allerdings enttäuscht.


Nach sechs Wochen sieht der Fahrradtresen schon sehr nach Kreuzberg aus.

Der Bund der Steuerzahler fragte beim zuständigen Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg nach, was der Spaß gekostet hat. Nach Angaben der Verwaltung beliefen sich die Kosten für den Fahrradtresen inklusive Planung, Fundament und Einbau auf 8.300 Euro. Weitere Fahrradtresen seien durch das Bezirksamt aber nicht geplant. Nachdem die Erprobungsphase kürzlich abgeschlossen worden sei, solle das Element nun in einen Sitztresen umgewandelt werden und in dieser Form verbleiben.

Erkundigt hatte sich der Bund der Steuerzahler auch nach dem Handlungsbedarf, den Zielen und der Eignung der Maßnahme zur Erreichung dieser Ziele. Das sind die Kriterien, die im Rahmen einer nach der Haushaltsordnung vorgeschriebenen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung betrachtet werden müssen. Wirtschaftlichkeit heißt in diesem Sinne übrigens nicht Profit, sondern: „Wo drückt der Zeh und was ist die günstigste Therapie dagegen“.


Den Fahrradtresen sieht man auch aus der U3

Die Antwort des Bezirksamtes dazu lieferte allerdings wenig Erhellendes. Es handle sich bei dem Fahrradtresen um die Erprobung eines innovativen Elements bei der Gestaltung von Grünanlagen und sei im Kontext der umfassenden Neugestaltung der Grünanlage Skalitzer Straße zu betrachten. Die Neuplanung und der Neubau des Parks sei in seiner Gesamtheit nach den Maßgaben der Wirtschaftlichkeit durchgeführt worden, hieß es in der Antwort nichtssagend. Für den Bund der Steuerzahler folgt diese Antwort einem altbewährten Muster der Verwaltung. Innerhalb von größeren Maßnahmen werden einzelne fragwürdige Ausgaben nicht mehr auf den Prüfstand der Wirtschaftlichkeit gestellt.

Der Bund der Steuerzahler meint, dass dieser Tresen – egal ob als Fahrrad- oder Sitztresen – bei Weitem nicht die drängendste Baustelle in Berlin ist. Welches Ziel mit dem Fahrradtresen erreicht werden sollte, bleibt im Unklaren.


Die Blockspitze zwischen Skalitzer- und Oranienstraße mit Fahrradtresen

Viele Kommentare unter dem Tweet des Bezirksamtes bestätigen, dass das offenbar auch viele Bürger ganz ähnlich sehen: „Einfacher Fahrradständer tun es auch.“, „Sinnlose Geldverschwendung! Hat das Bezirksamt keine vordringlichsten Aufgaben zu bewältigen?“, „Ah, gute Idee. Da kann ich mein Pferd anbinden, während ich im Saloon nebendran Whiskey trinke.“, „Hässlich und unnötig.“, „Interessant! Ernst gemeinte Frage: Warum? Wofür? Kommunikation? Dann wäre ein runder Tresen vielleicht sinnvoller! Drink and Drive?“, „Ein tolles, neues Beispiel für Steuerverschwendung in unserer Heimatstadt!“, „Kann man da auf dem Sattel direkt ein Bier bestellen oder was ist der Plan?“ oder „Wozu soll das gut sein?“.


Der Berliner BdSt-Vorsitzende Alexander Kraus testete den Fahrradtresen mit Rad und zeigte sich ratlos: "Keine Ahnung, was das soll!"

Diesen Text auf Schwarzbuch.de lesen.

 

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