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Visualisierung Stadt Monheim

Umstrittener Geysir in Monheim wird gebaut

Bund der Steuerzahler Nordrhein Westfalen e. V. / Newsticker Nordrhein-Westfalen / Meldungen 05.05.2020, Andrea Defeld

2018 hatten der Bund der Steuerzahler NRW und viele Bürger die Pläne der Stadt Monheim kritisiert, in einem Kreisverkehr einen künstlichen Geysir zu errichten. Um die Verkehrsteilnehmer vor den Ausbrüchen zu schützen, soll eine Ampel den Verkehr am Kreisverkehr stoppen. Trotz aller Kritik: Im April 2020 hat die Stadt mit dem Bau des Kunstprojektes begonnen. Zusätzlich ärgerlich ist, dass der Geysir mit 600.000 Euro teurer wird als geplant. 

Ausgerechnet die Mittelinsel im Kreisverkehr Krischerstraße/Rheinpromenade hat sich die Stadt Monheim als Standort für ein umstrittenes Kunstprojekt ausgesucht. Dort soll ein künstlicher Geysir eine ca. 12 Meter hohe Fontäne in den Himmel schicken. Wie oft und wann der Geysir ausbricht, bleibt ein Geheimnis. Die hinter dem Geysir stehende künstlerische Idee beruhe auf der Unberechenbarkeit von Naturphänomenen, so die Stadt. Deshalb verbiete es sich, die Ausbrüche vorher mit festen Terminangaben anzukündigen. Auch die Anzahl der Ausbrüche werde öffentlich nicht bekanntgegeben. Eigentlich sollte das Projekt für 415.000 Euro realisiert werden, jetzt kostet es 600.000 Euro. Hinzu kommen etwa 6.000 Euro Folgekosten pro Jahr.

Dem zuerst ermittelten Betrag lag lediglich eine Kostenschätzung und keine ausgearbeitete Planung zugrunde, so die Stadt auf Anfrage. Ursprünglich ist die Stadtverwaltung davon ausgegangen, dass es möglich sei, die nötigen technischen Anlagen für den Geysir unterhalb der Mittelinsel des Kreisverkehrs zu installieren. Nun muss ein Teil der Technik in einen neben dem Geysir befindlichen Parkplatz ausgelagert werden. In den Kosten enthalten sind auch ein schalltechnisches und ein strömungstechnisches Gutachten, die nicht öffentlich sind und 15.400 Euro gekostet haben.  Um die Verkehrsteilnehmer vor den unvermittelten Ausbrüchen des Geysirs zu schützen, will die Stadt Monheim zunächst eine Baustellenampel am Kreisverkehr errichten.

Zwischen der Stadt in ihrer Funktion als Untere Verkehrsbehörde und den Oberen Verkehrsbehörden ist strittig, ob die Aufstellung einer Ampel durch die geltenden gesetzlichen Bestimmungen gedeckt ist. „Um das Kostenrisiko für eine dauerhafte Ampelanlage so lange zu vermeiden, bis diese Frage geklärt ist, wird übergangsweise eine provisorische Baustellenampel gemietet“, erklärte die Stadt. Welche Kosten die Übergangslösung verursacht, ist derzeit noch unklar. Auch die Kritik des Bundes der Steuerzahler zielt auf diese Ampel, die den Verkehr im Kreisel stoppen soll. Der Sinn des Kreisverkehrs, den die Bürger zuvor bezahlt haben, damit er für flüssigen Verkehr sorgt, wird ad absurdum geführt. Und um es noch einmal deutlich zu sagen: Der Bund der Steuerzahler bewertet nicht den Geysir als Kunstprojekt, sondern seinen völlig ungeeigneten Standort, an dem wortwörtlich Steuergeld in die Luft geblasen wird.

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