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Sorge um den Mittelstand!

Top News 26.01.2026

BdSt und BVMW schreiben Brief an den Bundesfinanzminister

Existenzbedrohende Steuerforderungen, blockierte Unternehmensnachfolgen, erschwerte Investitionen – schlimme Folgen steuerlicher Pauschal-Bewertungen von nicht börsennotierten Betrieben. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) und der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) halten die gängige Bewertungspraxis für realitätsfern und haben bei Bundesfinanzminister Lars Klingbeil für eine kurzfristige Überprüfung und Korrektur geworben. „Wir fordern Sie auf, klare Leitlinien für realistische Unternehmensbewertungen vorzugeben und die Finanzverwaltung entsprechend zu sensibilisieren“, schreiben BVMW-Bundesgeschäftsführer Christoph Ahlhaus und BdSt-Präsident Reiner Holznagel in ihrem gemeinsamen Brief, über den das RedaktionsNetzwerk Deutschland exklusiv berichtete („Deutschland verliert den Mittelstand – Die zweite Keule neben der Erbschaftsteuer“). 

Derzeit greifen die Finanzbehörden regelmäßig auf das vereinfachte Ertragswertverfahren zurück. Bei diesem pauschalen Verfahren werden individuelle Risiken – Abhängigkeiten von Kunden, Marktschwankungen oder branchenspezifische Unsicherheiten – kaum berücksichtigt. Die Folge sind überhöhte Steuerwerte. „Die daraus resultierenden Liquiditätsengpässe treffen nicht nur  Unternehmerinnen und Unternehmer, sondern haben unmittelbare Auswirkungen auf Beschäftigung, regionale Wertschöpfungsketten und die Stabilität des Mittelstands insgesamt – also auf das Rückgrat unserer Volkswirtschaft“, betonen die Verbände. „Besonders irritierend ist, dass diese Entwicklung ausgerechnet in einer Phase eskaliert, in der die öffentliche Debatte um eine Reform der Erbschaftsteuer im Januar 2026 bereits erhebliche Unsicherheiten bei Unternehmern und Steuerzahlern ausgelöst hat.“

Mit ihrem gemeinsamen Engagement für realistische Bewertungen und verlässliche steuerliche Rahmenbedingungen appellieren BdSt und BVMW an die Bundesregierung, Vertrauen in die Steuerverwaltung wiederzustellen und den Mittelstand Deutschlands vor weiterem Schaden zu bewahren.

 

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