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Die Baustelle der neuen alten Brücke (Pfeil) ist nur einen Katzensprung von der Bärenbrücke entfernt
© Andrea Defeld

Neue Odebornquerung in Bad Berleburg ist überflüssig

Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen e. V. / Newsticker Nordrhein-Westfalen / Meldungen 25.07.2024, Andrea Defeld

In Bad Berleburg wird nah am zentralen Marktplatz eine Brücke über das Flüsschen Odeborn gebaut. Notwendig ist das nicht. Zwei weitere Brücken bieten Querungsmöglichkeiten links und rechts jeweils ca. 150 Meter entfernt.

Die Kleinstadt Bad Berleburg liegt entlang der Hänge des Odeborntals. Im Tal liegen der Bahnhof, die Einkaufsmöglichkeiten an der Poststraße und der Marktplatz. Wer ins Zentrum will, kann derzeit das Flüsschen Odeborn über die Brücke auf der Emil-Wolff-Straße (L718) und über die so genannte Bärenbrücke (Poststraße B480) überqueren. Beide Brücken gehören zu gut ausgebauten Straßen mit breiten Fußgängerwegen. Seit den 1970er Jahren gab es zwischen diesen beiden Brücken über die Odeborn eine reine Fußgängerbrücke, die die Nutzer in Richtung des zentralen Marktplatzes in der Unterstadt führt. Doch diese Brücke wurde 2018 gesperrt. Großflächige Löcher machten es zu gefährlich, sie zu nutzen.

Seit Oktober 2023 baut die Stadt diese Brücke neu. Knapp 600.000 Euro soll das kosten. Die Finanzierung erfolgt zu großen Teilen durch ein Förderprogramm zur Stadterneuerung. Insgesamt wurden ca. 325.000 Euro Fördermittel bewilligt. Der Rest wird über städtische Eigenmittel gedeckt. Die Stadt argumentiert, dass der Neubau dieser Fußgängerbrücke mehr Barrierefreiheit schaffe, eine optische Aufwertung des Stadtbildes sei und eine historische Bedeutung habe. Es gebe keine direkte, alternative Verbindung von der Oberstadt zum Marktplatz in diesem Bereich. Nur über die Bundesstraße und die Landesstraße könnte der Marktplatz über den straßenbegleitenden Gehweg und damit mit einem durchaus signifikanten Umweg erreicht werden.

Vor Ort haben wir uns diese Umwege angesehen und fanden sie nicht so signifikant, wie die Stadt behauptet. Es handelt sich um drei Minuten mehr, je nachdem, aus welcher Richtung man kommt. Die neue Brücke ist nice to have – notwendig ist sie nicht. Von der neuen alten Brücke gibt es bislang zudem auch keine direkte Verbindung in die Oberstadt. Egal, ob man aus Richtung Oberstadt zur neuen Brücke geht oder aus Richtung Markt über die neue Brücke zur Oberstadt will – direkt den Berg hoch oder hinunter geht es nicht. Man läuft entweder links oder rechts entlang der Poststraße, die in diesem Abschnitt eng und stark befahrenen ist und kommt dann fast auf der Höhe der Brücke Emil-Wolff-Straße oder der Bärenbrücke aus.

Die alternativen Querungsmöglichkeiten funktionieren offensichtlich seit der Sperrung der Fußgängerbrücke vor gut sechs Jahren. Die kleinen Umwege sind auch dauerhaft zumutbar. Auf die neue Brücke zu verzichten, wäre ein Zeichen ernsthaften Sparwillens gewesen, denn der Haushalt in Bad Berleburg steht vor großen Herausforderungen. In den vergangenen Jahren konnte die Gemeinde zwar eine relativ solide Ausgleichsrücklage aufbauen. In den nächsten Jahren sind aber durchweg negative Jahresergebnisse geplant, wodurch die Ausgleichsrücklage abschmelzen wird. Ende 2026 wird sie aufgebraucht sein. Dann schmilzt auch die allgemeine Rücklage. Es bedarf in Bad Berleburg somit einer nachhaltigen Haushaltskonsolidierung, um langfristig die Handlungsfähigkeit der Gemeinde zu bewahren.

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