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Der Lärmomat und die Nachtlichter

Bund der Steuerzahler Berlin e. V. / Meldungen 02.02.2024, Alexander Kraus

Fragwürdiges Modellprojekt in Friedrichshain-Kreuzberg

Weniger Lärm und bessere Luft versprach sich im letzten Jahr das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von „Nachtlichtern“ und einem „Lärmomat“ an der Kreuzberger Admiralbrücke. Mit den beiden Modellprojekten wollte der Bezirk die Lebensqualität der Anwohner an touristischen Hotspots verbessern und gleichzeitig die Anziehungskraft der Kieze für Besucher aus aller Welt erhalten. Ist die teure Rechnung aufgegangen?

Von Ende Juli bis Ende Oktober 2023 ermahnte der sogenannte „CityTree-Lärmomat“ an der Kreuzberger Admiralbrücke Nachtschwärmer bei Lärm per Anzeige zur Ruhe. Gleichzeitig sollte er auch noch die Umgebungsluft durch integrierte Moosmodule säubern und kühlen.

Damals hatte das Bezirksamt dem Bund der Steuerzahler Kosten für die Miete des „CityTree-Lärmomat“ von Juli bis Ende Oktober 2023 auf 10.000 Euro inkl. Lieferung, Montage, Inbetriebnahme und Umsatzsteuer mitgeteilt. Zusätzlich sollten auch für 60.000 Euro sogenannte „Nachtlichter Xhain“ in den Kiezen unterwegs sein. Die eingesetzten Mitarbeiter sollten im Rahmen des Nachtlebens für ein friedliches und verständnisvolles Miteinander sorgen. Auch eine Evaluation durch „Expert*innenteams“ wurde angekündigt. Der Bund der Steuerzahler hatte dazu damals bereits online und in seiner Mitgliederzeitschrift ausführlich berichtet.

Zu einer haushaltsrechtlich eigentlich vorgeschriebenen vorherigen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung hatte das Bezirksamt seinerzeit mitgeteilt, dass diese angesichts des „überschaubaren Kostenrahmens“ vermutlich teurer geworden wäre als die Projekte selbst. Bemerkenswert war, dass sich das Bezirksamt dabei darauf berief, dass eine sogenannte „abschließende Erfolgskontrolle“ ebenfalls ausdrücklich ein Mittel der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung darstelle. Es liege hier schließlich ein Pilotprojekt vor, das sinnvollerweise erst nach einem Pilotversuch evaluiert werde.

Der Bund der Steuerzahler Berlin hat jetzt nachgefragt, was eben diese „abschließende Erfolgskontrolle“ ergeben hätte. Übermittelt wurde vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg dann eine Präsentation für den Umweltausschuss der Bezirksverordnetenversammlung.


Lärmsensoren messen den Geräuschpegel.

Demnach sei im Projektzeitraum der Lärmrichtwert insgesamt 63 Stunden lang überschritten worden. Außerdem wird ein deutlicher Rückgang der Lärmüberschreitungen von September bis Oktober 2023 um 53 Prozent konstatiert. Der Bund der Steuerzahler bezweifelt allerdings, ob der Rückgang wirklich auf den Lärmomat zurückzuführen ist und nicht vielleicht eher mit den sinkenden Temperaturen zum Herbst hin zu tun haben könnte.


Integrierte Moosmodule im Inneren des "Lärmomat" filterten stündlich angeblich 5.000 m³ Luft.

Die Gesamtauswertung zur Klimawirkung habe ergeben, dass der Lärmomat im Projektzeitraum aus 6,4 Millionen Kubikmetern Luft 76 Gramm Feinstaubpartikel gefiltert und diese um durchschnittlich 3,11°C gekühlt hätte. Der Bund der Steuerzahler ist skeptisch. Bei einer angenommenen Querschnittsfläche von zwei Quadratmetern, entspräche das einem Luftstrom ungefähr mit der Länge des Landwegs von Berlin nach Murmansk, der sich 95 Tage lang unaufhaltbar mit 1,4 Kilometern pro Stunde durch den Lärmomat bewegt hatte und auf der anderen Seite gekühlt und gereinigt heraus kam. Aber immerhin wurde diese Aussage wohl von irgendeinem „Institute for Tropospheric Research“ wissenschaftlich bestätigt. Für einen zulässigen Ersatz der eigentlich vorgeschriebenen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung hält der Bund der Steuerzahler diese Präsentation dennoch nicht und das gesamte Projekt für ideologisch getriebenen Unfug und Steuergeldverschwendung.


Die Temperatur sollte um "bis zu" 4°C sinken, was auch weniger heißen kann. Der Lärmomat steht übrigens direkt neben dem Landwehrkanal.

 

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https://steuerzahler.de/aktuelles/detail/der-laermomat-und-die-nachtlichter/

 

Presseerwähnungen

Radio BHeins, 29.02.2024

Das Stadtgespräch Spezial - Steve Schulz im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Bundes der Steuerzahler Berlin, Alexander Kraus, über zum Lärmomat und zum Fahrradtresen in Kreuzberg sowie zu einer 191.000 Euro teuren Plakatwerbung der Berliner Jobcenter für das Bürgergeld und zu einem Kochbuch für altbackene Brotreste des Bezirksamtes Lichtenberg für 11.000 Euro
https://bheins.de/podcast/das-bheins-stadtgespraech-spezial-2/

Berliner Morgenpost, 06.11.2023
... Bund der Steuerzahler kritisierte Lärmomat ... Auch der Bund der Steuerzahler Berlin hatte die Effektivität des Citytree-Lärmomaten in Zweifel gezogen.
https://www.morgenpost.de/bezirke/friedrichshain-kreuzberg/article239960274/Laermomat-in-Kreuzberg-wird-am-Dienstag-planmaessig-abgebaut.html

Berliner Morgenpost, 26.10.2023
... Tatsächlich fielen laut Bund der Steuerzahler für Miete, Lieferung, Montage und Inbetriebnahme 10.000 Euro an. Hinzu kämen monatliche Betriebskosten von etwa 182 Euro. Die Nachtlichter, deren Einsatz erst Ende des Jahres ausläuft, kosten demnach 60.000 Euro. Kommentar des Steuerzahlerbundes: Es sei zweifelhaft, ob der Lärmomat geeignet ist, „um angetrunkene Nachtschwärmer zur Ruhe zu bringen und einen nennenswerten Einfluss auf die Großstadtluft zu nehmen“. ...
https://www.morgenpost.de/bezirke/friedrichshain-kreuzberg/article239889249/Geldverschwendung-Protest-gegen-Laermomat-in-Kreuzberg.html

 

 

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