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Was ist da los, Frau Schwesig? Bund der Steuerzahler kritisiert Personalentscheidung
Mit Lilly Blaudszun holt die SPD Mecklenburg-Vorpommern für den anstehenden Wahlkampf eine enge Vertraute an Bord. Die 24-Jährige ist keine Unbekannte: Schon 2021 war sie in die Wahlkampfkommunikation eingebunden, heute wird sie als „Leiterin Kommunikation“ und persönliche Sprecherin von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig fest angestellt.
Das ist allein Sache der Partei. Problematisch wird es an anderer Stelle. Denn Lilly Blaudszun studiert nicht nur Jura und moderiert einen öffentlich-rechtlichen Podcast, sie arbeitet seit 2024 auch als Senior Associate für die PR-Agentur 365 Sherpas. Genau jene Agentur, die die Staatskanzlei seit Mai 2022 bis mindestens Anfang 2025 freihändig und ohne Ausschreibung mit Beratungsaufträgen betraut hat. Unter anderem für die kommunikative Begleitung der Affäre um die verbrannte Steuererklärung der Klimaschutzstiftung. Das hat der Bund der Steuerzahler heftig kritisiert. „Hier entsteht ein schwer erträglicher Eindruck“, sagt der BdSt-Landesvorsitzende Sascha Mummenhoff. „Die persönliche Wahlkampfsprecherin der Ministerpräsidentin arbeitet parallel für eine Agentur, die von eben dieser Ministerpräsidentin aus der Staatskanzlei heraus mit lukrativen Aufträgen versorgt wurde. Das ist mindestens eine Grauzone.“ Schwer wiegt auch: Manuela Schwesig ist nicht nur Spitzenkandidatin, sondern amtierende Regierungschefin. Wenn personelle und kommunikative Netzwerke aus der Staatskanzlei nahtlos in den Wahlkampf übergehen, verschwimmt die Grenze zwischen Amt und Partei. „Das hat Geschmäckle“, sagt Sascha Mummenhoff.
„Und es wirft die Frage auf, ob hier politische Macht, öffentliche Aufträge und parteipolitischer Wahlkampf zu eng miteinander verzahnt werden. Diese Personalentscheidung sollte dringend überprüft und transparent erklärt werden.“
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