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Nicht börsennotierte Betriebe: Verbände warnen vor steuerlichen Pauschal-Bewertungen
Existenzbedrohende Steuerforderungen, blockierteUnternehmensnachfolgen, erschwerte Investitionen – das sieht der Bund derSteuerzahler (BdSt) als Folgen steuerlicher Pauschal-Bewertungen von nichtbörsennotierten Betrieben. Die gängige Bewertungspraxis sei realitätsfern,meint auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW). Jetzt habendie beiden Verbände bei Bundesfinanzminister Lars Klingbeil für einekurzfristige Überprüfung und Korrektur geworben.
"Wir fordern Sie auf, klare Leitlinien fürrealistische Unternehmensbewertungen vorzugeben und die Finanzverwaltungentsprechend zu sensibilisieren", schreiben BVMW-BundesgeschäftsführerChristoph Ahlhaus und BdSt-Präsident Reiner Holznagel in ihrem gemeinsamenBrief.
Derzeit griffen die Finanzbehörden regelmäßig auf dasvereinfachte Ertragswertverfahren zurück. Bei diesem pauschalen Verfahren würdenindividuelle Risiken – Abhängigkeiten von Kunden, Marktschwankungen oderbranchenspezifische Unsicherheiten – kaum berücksichtigt. Die Folge seienüberhöhte Steuerwerte, so die Verbände.
"Die daraus resultierenden Liquiditätsengpässe treffennicht nur Unternehmerinnen und Unternehmer, sondern haben unmittelbareAuswirkungen auf Beschäftigung, regionale Wertschöpfungsketten und dieStabilität des Mittelstands insgesamt – also auf das Rückgrat unsererVolkswirtschaft", betonen BdSt und BVMW. Besonders irritierend sei, dassdiese Entwicklung ausgerechnet in einer Phase eskaliere, in der die öffentlicheDebatte um eine Reform der Erbschaftsteuer im Januar 2026 bereits erheblicheUnsicherheiten bei Unternehmern und Steuerzahlern ausgelöst habe.
Mit ihrem gemeinsamen Engagement für realistischeBewertungen und verlässliche steuerliche Rahmenbedingungen appellieren BdSt undBVMW an die Bundesregierung, Vertrauen in die Steuerverwaltung wiederzustellenund den Mittelstand Deutschlands vor weiterem Schaden zu bewahren.
Bund der Steuerzahler e.V., PM vom 26.01.2026