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Finanzamt - Steuererklärung
© Fotolia/M.Schuckart

Finanzamt erstellt Steuererklärung selbst

Top News 13.02.2026

BdSt begrüßt digitales Pilotprojekt: Nach Hessen will Thüringen bald nachlegen

Mit Digitalisierung die Steuererklärung deutlich vereinfachen – bis hin zu einem vorausgefüllten oder vom Amt erstellten Entwurf: Mit dem Pilotprojekt „Hessenmodell“ war im Sommer 2025 eine Initiative der hessischen Finanzverwaltung im Finanzamt Kassel gestartet, die in Thüringen offenbar gut ankommt. Das Prinzip: Statt eines leeren Formulars erhalten die Bürgerinnen und Bürger einen automatisiert erstellten Vorschlag für den Steuerbescheid. Wenn es nach Thüringens Finanzministerin geht, könnten Finanzämter im Land noch in diesem Jahr das Ausfüllen von Steuererklärungen übernehmen, berichtete dpa. Nach dem hessischen Vorbild soll ein Klick zur Bestätigung genügen, um den Steuerbescheid zu bekommen.

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hatte das in Hessen startende Pilotprojekt grundsätzlich begrüßt. BdSt-Steuerexpertin und Bundesgeschäftsführerin Daniela Karbe-Geßler klärt die wichtigsten Fragen dazu:

Welche Vorteile gibt es für die Steuerzahler und das Finanzamt? 

„Aus unserer Sicht schafft man mit diesem Modell eine deutliche Arbeitserleichterung sowohl für die Finanzverwaltung als auch für Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Letztere müssen keine Steuererklärung mehr erstellen, sie müssen den Vorschlag für die Festsetzung der Einkommensteuer nur noch prüfen und möglicherweise ergänzen. Für den betroffenen Personenkreis entfällt somit dauerhaft das eigene und aktive „Sich-beschäftigen-müssen“ mit den komplizierten Steuerformularen.  

Vorteile fürs Finanzamt liegen ebenfalls auf der Hand: Dies ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung. Auf diesem Wege können Ämter effektiver und schneller arbeiten. Auch können Beamte in anderen Bereichen wie zum Beispiel Betriebsprüfungen eingesetzt werden. Unterm Strich verkörpert das Pilotprojekt aus Hessen eine Maßnahme zum Bürokratieabbau.“  

Welche Risiken kann ein solches automatisiertes Verfahren bergen?

„Es besteht durchaus das Risiko, dass Steuerzahlerinnen und Steuerzahler die Angaben des Finanzamts nicht prüfen und in diesem Zuge beispielsweise steuermindernde Ausgaben nicht angeben – möglicherweise aufgrund von Vergesslichkeit oder weil es schnell gehen soll. Das führt eventuell zur endgültigen Bescheidung mit einer zu hohen Steuer. Dann muss der Weg über den Einspruch gegen den Bescheid gewählt werden, damit die Steuer in zutreffender Höhe festgesetzt werden kann. Mit anderen Worten: Aus unserer Sicht besteht die Gefahr, dass die Bürgerinnen und Bürger sich auf die Zahlen des Finanzamts verlassen und erforderliche eigene steuererhebliche Angaben „vernachlässigen“ bzw. ganz unterlassen. Und zwar gerade dann, wenn der Vorschlag der Behörde eine auf den ersten Blick akzeptable Steuer ausweist.“ 

Wie realistisch ist die bundesweite Einführung eines solchen Modells? 

„Sehr realistisch, weil wir aktuell sehen, dass jetzt auch andere Bundesländer über Bayern nachziehen, indem man die Erklärung via App machen kann.“

 

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