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Ivan Grlic /Fotolia

Golfhotel statt Kloster

Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen e. V. / Newsticker Nordrhein-Westfalen 26.09.2022

Klausurtagung der Bonner Stadtverwaltung sorgt für Empörung

Der aus dem Latein stammende Begriff „Klausur“ bedeutet „Verschluss“ und bezeichnete ursprünglich den abgeschlossenen Teil eines Klosters, zum dem nur Ordensbrüder und -schwestern Zutritt hatten. Auch heute noch gehen Arbeitsgemeinschaften jeder Art „In Klausur“, wenn sie sich an einen Ort zurückziehen, an dem sie ungestört arbeiten können. So wollte auch die Stadt Bonn mit 65 Führungskräften aus allen Dezernaten, Fachämtern und Betrieben eine Klausurtagung außerhalb der üblichen Diensträume abhalten und zog damit den Ärger vieler Bonner Bürgerinnen und Bürger auf sich.

Per Ausschreibung wurde als günstigste Unterkunft für eine Nacht ein Vier-Sterne Golf- und Tagungshotel in Rheinland-Pfalz gefunden. Nach Angaben der Stadt wurden lediglich Tagungsräume und Zimmer genutzt.  Thema der Tagung war der Weg zur Klimaneutralität 2035. Dazu hätten Führungskräfte aus dem gesamten „Konzern“ Stadt Bonn gemeinsam am Entwurf des Klimaplans gearbeitet. Neben technisch-fachlichen Fragestellungen sei es auch Thema gewesen, wie Verwaltung und Konzern besser zusammenarbeiten, kommunizieren und Entscheidungen treffen können. 53.000 Euro hat die Klausurtagung gekostet für Übernachtung, Verpflegung, Busreise, Material, Raumkosten- aber auch für externe Moderation und Organisation. Die Stadt erklärte auf Anfrage, dass es zur Konzeption der Veranstaltung gehört hätte, sich auch räumlich „auf den Weg“ zu begeben und von einem Ort außerhalb Bonns mit Abstand vom Tagesgeschäft auf die Herausforderung zu blicken.  

Klausurtagung in einem Hotel mit 18-Loch-Golfbahn und einem 2.500 Quadratmeter großen Wellnessbereich - das löst Kopfkino aus und klingt nicht nach klösterlicher Abgeschiedenheit. Dass Bürgerinnen und Bürger empört sind und sich „auf den Arm genommen fühlen“, darf die Stadt Bonn besonders in diesen Zeiten nicht verwundern. Stehen doch sowohl dem Bonner Haushalt als auch den Bürgern auf unbestimmte Zeit finanziell schwere Zeiten bevor. Die Frage muss erlaubt sein, ob nicht auch Tagungsräume in der Stadt oder in der Region als Arbeitsumgebung genauso gut gewesen wären. Externe Klausurtagungen in Politik und Verwaltung sind zwar üblich, doch sollte man in jedem Einzelfall prüfen, ob ein bescheidenerer Rahmen vor Ort nicht auch zu guten Ergebnissen führt.

 

 

 

 

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