Unser Wohnnebenkosten-Vergleich
Die Wohnkosten sind hoch und steigen teils deutlich an – eine große Belastung für Bürgerinnen und Bürger quer durch Deutschland. Der Staat ist ein XXL-Wohnkostentreiber! Deshalb muss die Politik mehr tun, damit das Wohnen überhaupt noch bezahlbar bleibt. Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt der BdSt-Wohnnebenkosten-Vergleich 2016-2025 für die 16 Landeshauptstädte. Das aktuelle Ranking verdeutlicht, wie stark ein Drei-Personen-Haushalt im Einfamilienhaus (freistehend, Massivbauweise, 120 m² Wohnfläche, zweigeschossig, Carport, 500 m² Grundstücksfläche, Baujahr 1990) belastet wird.
Anhand des einheitlich definierten Beispielhauses zeigen wir, wie unterschiedlich die Kosten für Trinkwasser, Abwasser, Niederschlagswasser, Müllentsorgung und Grundsteuer in den Landeshauptstädten ausfallen – und wo die Bürgerinnen und Bürger besonders tief in die Tasche greifen müssen. Hinzu kommt der Rundfunkbeitrag: Dieser ist zwar bundesweit einheitlich, stellt aber einen zusätzlichen Kostenfaktor für nahezu jeden Bürger dar und wurde deshalb in die Liste aufgenommen.
Die neue Grundsteuer wirkt sich spürbar auf die Kosten der Privathaushalte aus. Mit Gesamtkosten von 1.606 Euro – inklusive neuer Grundsteuer – ist Schwerin im Jahr 2025 am günstigsten, während Stuttgart mit 2.559 Euro an der Kostenspitze steht. Dann folgen Saarbrücken und Hannover.

Ohne Grundsteuer liegt Stuttgart auf Platz 7, was die Auswirkungen des Grundsteuerländermodells von Baden-Württemberg bei unserem Musterhaus gut verdeutlicht. Die größte Kostensteigerung ohne Grundsteuer im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete Potsdam mit rund 177 Euro – überwiegend wegen dort gestiegener Trinkwasserentgelte und Schmutzwassergebühren. Auf Platz 2 landet auch hier Saarbrücken. Am günstigsten – ohne Grundsteuer – sind Kiel mit 1.229 Euro, gefolgt von Mainz und Düsseldorf.

Im Durchschnitt – ohne Grundsteuer – verteuerten sich die Landesmetropolen um rund 72 Euro im Vergleich zum Vorjahres-Ranking. Dies hängt vor allem mit Preissteigerungen zusammen. In allen Fällen ist auch die Niederschlagswassergebühr gestiegen, da die vollversiegelte Fläche des Musterhauses um 20 m² vergrößert wurde, um den baurechtlichen Vorgaben zu entsprechen. Dadurch zeigt sich zugleich, in welchen Landeshauptstädten das Niederschlagswasser pro Quadratmeter deutlich mehr kostet. Seit Beginn unseres Vergleichs im Jahr 2016 wurden die Einwohner aller Landeshauptstädte stärker belastet. Die Teuerungsraten variieren allerdings zwischen einigen Dutzend und einigen Hundert Euro.

BdSt-Forderung
Die Menschen dürfen keinesfalls weiter belastet werden. Denn schon beim Kauf einer Immobilie langt der Fiskus zu – Jahr für Jahr kommen dann weitere Belastungen hinzu!
Unsere Forderungen
Darf nicht teurer werden
Grundsteuer aufkommensneutral reformieren: Der BdSt plädiert für eine wertunabhängige Einfachgrundsteuer mit niedrigen Hebesätzen.
Eigenheim ermöglichen
Spürbare Entlastungen bei der Grunderwerbsteuer: Kurzfristig sollte der Ersterwerb eines typischen Eigenheims steuerfrei gestellt werden. Zudem sollten generell die Steuersätze deutlich reduziert werden.
Stromsteuer senken
Der Stromsteuersatz, der den EU-Mindestwert um das 20-fache übersteigt, ist abzusenken.
Wohnnebenkosten senken
Die Mehrwertsteuer auf Energie sollte von 19 Prozent auf 7 Prozent gesenkt werden, wie es bereits in anderen EU-Staaten der Fall ist.
Bauboom auslösen
Die Abschreibungsmöglichkeiten für Wohnimmobilien sollten verbessert und bürokratische Hemmnisse abgebaut werden. Das würde einen Anreiz für zusätzliche Bauinvestitionen auslösen, was den Preisdruck zugunsten der Bürger dämpfen könnte.
Unsere Forderungen
Darf nicht teurer werden
Grundsteuer aufkommensneutral reformieren: Der BdSt plädiert für eine wertunabhängige Einfachgrundsteuer mit niedrigen Hebesätzen.
Eigenheim ermöglichen
Spürbare Entlastungen bei der Grunderwerbsteuer: Kurzfristig sollte der Ersterwerb eines typischen Eigenheims steuerfrei gestellt werden. Zudem sollten generell die Steuersätze deutlich reduziert werden.
Stromsteuer senken
Der Stromsteuersatz, der den EU-Mindestwert um das 20-fache übersteigt, ist abzusenken.
Wohnnebenkosten senken
Die Mehrwertsteuer auf Energie sollte von 19 Prozent auf 7 Prozent gesenkt werden, wie es bereits in anderen EU-Staaten der Fall ist.
Bauboom auslösen
Die Abschreibungsmöglichkeiten für Wohnimmobilien sollten verbessert und bürokratische Hemmnisse abgebaut werden. Das würde einen Anreiz für zusätzliche Bauinvestitionen auslösen, was den Preisdruck zugunsten der Bürger dämpfen könnte.
Leere Versprechungen
Wohnen muss bezahlbar bleiben! Steuern und Abgaben machen das Wohnen jedoch immer teurer, stellt der Bund der Steuerzahler kritisch fest. Ob Grundsteuer, Grunderwerbsteuer, hohe Stromnebenkosten oder steigende Müllgebühren: Oft ist der Staat selbst Kostentreiber für hohe Mieten oder zusätzlichen Kosten für das Eigenheim.
Die Politik verspricht seit Jahren gutes und bezahlbares Wohnen. Deshalb spannt sie Wohnungswirtschaft und Eigentümer zum Beispiel bei der Mietpreisbremse ein. Allerdings verdient der Staat am Wohnen ebenfalls ordentlich mit. Deshalb fordert der Bund der Steuerzahler, dass auch der Fiskus seinen Beitrag zu bezahlbaren Wohnraum leistet! Dazu zählt aus unserer Sicht eine maßvolle Grund- und Grunderwerbsteuerbelastung sowie Energiebesteuerung.
Grundsteuer
Grundsteuerreform 2025
Die Grundsteuerreform, die seit Anfang 2025, bringt erhebliche Veränderungen für Grundstücks- und Immobilienbesitzer in Deutschland mit sich. Während die Reform die veralteten Bewertungsgrundlagen ablöste und eine bundesweit einheitliche Bewertung mit dem Stichtag 1. Januar 2022 einführte, verursachte sie – aufgrund unterschiedlicher Modelle in den Bundesländern – schließlich höchst unterschiedliche Steuerbelastungen. Dies sorgt für Verunsicherung und Kritik – vor allem wegen fehlerhafter Immobilienbewertungen, unterschiedlich festgelegter Bodenrichtwerte und vereinfachter Mietertragsannahmen. Die Reform ist mit erheblicher Bürokratie verbunden und verursacht zusätzliche Kosten für Verwaltung und Steuerzahler. Trotz des Gebots der Aufkommensneutralität erhöhen einige Kommunen die Hebesätze, was zu weiteren Belastungen führt.
Der Bund der Steuerzahler prüft deshalb die Verfassungsmäßigkeit des Bundesmodells in Musterverfahren und fordert zugleich: Die Länder sollten die Öffnungsklausel nutzen! Unser Vorschlag: Eine einfache Grundsteuer, die sich an den Modellen von Bayern, Hamburg, Hessen und Niedersachsen orientiert.
Um Steuererhöhungen aufzudecken, stellt der BdSt einen Grundsteuer-Checker online bereit. Interessierte können dort erfahren, in welcher Kommune sich die Grundsteuer bereits erhöht hat. Der Checker ist abrufbar unter: https://www.steuerzahler.de/grundsteuer/grundsteuer-checker/?L=0
Grunderwerbsteuer
Grunderwerbsteuer – Immer noch keine Entlastung
Die Belastung durch die Grunderwerbsteuer für Immobilienkäufer ist in Deutschland seit Jahren deutlich gestiegen. Dadurch wird die Eigentumsbildung insbesondere für Haushalte mit mittlerem Einkommen massiv gehemmt. Aktuell reichen die Steuersätze landesweit von 3,5 Prozent in Bayern bis zu 6,5 Prozent in anderen Bundesländern. So wurde der Steuersatz beispielsweise zuletzt in Bremen zum 1. Juli 2025 auf 5,5 Prozent erhöht.
Statt weiterer Steuererhöhungen fordert der Bund der Steuerzahler eine klare Entlastung: Die Grunderwerbsteuer für Ersterwerb von selbstgenutztem Wohneigentum sollte durch einen Freibetrag – anstelle der bisherigen Freigrenze – ersetzt werden. Nur so wird der Weg ins Eigenheim erschwinglicher. Es ist höchste Zeit, dass Bund und Länder gemeinsam handeln und diese Bremse für den Wohnungsbau und die Vermögensbildung beseitigen. Die bisherigen regional uneinheitlichen Fördermaßnahmen reichen bei weitem nicht aus. Der Steuerwettbewerb darf nicht länger zu Lasten der Bürger gehen, sondern muss zugunsten einer fairen und sozialverträglichen Steuerpolitik umgekehrt werden. Wie Studien belegen, sorgen niedrigere Steuersätze nicht nur für mehr bezahlbaren Wohnraum, sondern auch für höhere Bauinvestitionen und langfristiges Wachstum.
Konkret fordert der BdSt: Kurzfristig muss den Ländern eine flexiblere Ausgestaltung der Grunderwerbsteuer ermöglicht werden. Langfristig müssen die fiskalischen Anreize des Länderfinanzausgleichs für Mehreinnahmen über die Grunderwerbsteuer beseitigt und die Steuersätze gesenkt werden. Deshalb mahnen wir zugleich eine dringend nötige Entbürokratisierung bei der Eigentumsbildung und Wohnraumgestaltung an.
Energiekosten
Senkung der Energiesteuer – Versprechen gebrochen
Die Energiepreise in Deutschland bleiben weiterhin eine große Belastung für Privathaushalte. Trotz rückläufiger Beschaffungskosten ist der Strompreis 2025 nur geringfügig gesunken und liegt bei durchschnittlich 39,6 Cent/kWh. Ein erhebliches Problem ist die hohe Steuer- und Abgabenlast, wobei rund ein Drittel des Strompreises aus diversen Steuern und Umlagen besteht. Beim Gaspreis sieht es nicht viel anders aus. Das aktuelle politische Umfeld bietet zwar Möglichkeiten für Entlastungen, tatsächlich wurden jedoch versprochene Steuersenkungen – wie die Reduzierung der Stromsteuer – nicht umgesetzt. Die Prognosen gehen weiterhin von steigenden Strom- und Energiepreisen aus. Die Bundesregierung steht unter Druck, Steuerzahlern durch eine Reform der Energiesteuern und -abgaben spürbare Entlastungen zu ermöglichen. Parallel dazu läuft eine vom Bundesverfassungsgericht angenommene Verfassungsbeschwerde, welche die Erhebung der Umsatzsteuer auf Energiesteuern in Frage stellt.
Der Bund der Steuerzahler fordert vor diesem Hintergrund seit Langem: Um die Bürgerinnen und Bürger ernsthaft zu entlasten, sollte der Mehrwertsteuersatz auf Beschaffungs- und Vertriebskosten für Gas, Heizöl und Strom dauerhaft auf 7 Prozent gesenkt werden. Schließlich sind Heizstoffe lebensnotwendige Güter und sollten nur mit diesem ermäßigten Satz besteuert werden dürfen. Auch die Stromsteuer ist anzupassen: Sie sollte für private Haushalte auf das EU-rechtlich zulässige Mindestmaß gesenkt werden – also von derzeit 2,05 Cent/kWh auf 0,1 Cent/kWh.