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Steuergeld für Veggie-Guide?

12.12.2018

Die Aufnahme des Osnabrücker Veggie-Guides als drohende Verschwendung ins Schwarzbuch 2018  zeigt Wirkung. Anders als noch im Dezember 2017 fand der Antrag auf Streichung nun ein Jahr später eine breite Mehrheit im Rat. Nur eine Ratsfraktion sprach sich für die Beibehaltung des Zuschusses aus. Die Finanzierung des Veggie-Guides aus öffentlichen Mitteln ist damit vom Tisch!

Wir sind aber zuversichtlich, dass es den Herausgebern gelingen wird, die Mittel anderweitig aufzutreiben. Da der Guide für die abgedruckten Restaurants eine gute Werbewirkung entfaltet, sollten diese auch bereit sein, dafür zu zahlen.  

Heutzutage ernähren sich immer mehr Menschen vegan. Sie verzichten freiwillig auf den Konsum tierischer Lebensmittel wie Fleisch und Milch sowie auf die Verwendung tierischer Materialien wie Wolle und Leder. Der Osnabrücker Veggie-Guide ist eine kostenlose Broschüre, die sich an eben jene Menschen richtet. In der zuletzt erschienenen dritten Auflage der Broschüre der Jahre 2015/16 finden sich auf 72  Seiten die Adressen vegetarischer und veganer Restaurants, Lieferdienste sowie Läden und Märkte, die entsprechende Produkte vertreiben. Darüber hinaus beinhaltet der Guide auch allgemeine Informationen über die vegetarische und vegane Lebensweise, bietet dem Leser eine Anleitung zur Ernährungsumstellung und berichtet ausgiebig über das Thema Tierwohl.

Die bisherigen Ausgaben des Veggie-Guides wurden allesamt durch Spendengelder und private Mittel der Initiatoren finanziert. Für die geplante Neuauflage beantragten die Herausgeber bei der Stadt vergangenes Jahr erstmals einen Druckkostenzuschuss. Bis zu 5.000 Euro stehen hierfür im aktuellen Haushalt bereit. Der Antrag einiger Fraktionen, den Zuschuss zu streichen, wurde im Dezember 2017 bei Stimmengleichheit zunächst abgelehnt. Angesichts des knappen Abstimmungsergebnisses ist es gut, dass der Rat vor einer tatsächlichen Auszahlung der Mittel erneut darüber abstimmen will. Diese Möglichkeit sollte er auch dringend nutzen und den Zuschuss endgültig aus dem Haushalt streichen.

Zur kommunalen Daseinsvorsorge gehört weder die Bürger zu einer bestimmten Lebens- und Ernährungsweise zu erziehen noch eine Werbebroschüre für ausgewählte Restaurants und Supermärkte zu finanzieren. Wie jeder andere Restaurantführer muss sich auch der Veggie-Guide selbst finanzieren, sei es durch Verkaufserlöse, Spenden oder Werbegelder der abgedruckten Restaurants. Klar ist nur: Der Steuerzahler darf hierfür nicht zur Kasse gebeten werden!

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