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Paderborner Bänke: Erst zu heiß, dann marode
2019 erhitzten sie die Gemüter und waren auch im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler vertreten: die heißen Sitzbänke aus Paderborn. Der Aufreger von damals hat eine Fortsetzung. Nur sieben Jahre später ist das Holz der teuren Sitzbänke schon marode. Paderborn muss die Sitzbänke auf dem Königsplatz jetzt für 20.000 Euro erneuern. Die Hintergründe:
Was bisher geschah
Die Stadt hatte zwei Hochbeete aus Messing mit integrierten Sitzbänken für fast 180.000 Euro auf dem Paderborner Königsplatz installiert. Doch die Messingplatten erhitzten sich im Sommer so stark, dass die Stadt zunächst die Umrandungen mit Matten abdecken musste und Warnschilder aufstellte. Später wurde ein Schutzanstrich für 2.000 Euro aufgetragen, um die Gefahr zu beseitigen.
Deutliche Schäden
Jetzt sind die Bänke schon komplett hinüber. Rissbildung, Verformungen einzelner Latten, Verwitterung des Holzes – bei den Sitzelementen hat die Stadt witterungsbedingte Abnutzungserscheinungen festgestellt. Die hölzernen Sitzflächen müssen komplett erneuert werden, erklärte die Stadt auf BdSt-Anfrage. Vor Ort bietet die metallische Unterkonstruktion der Bänke ein trauriges Bild.
20.000 Euro Kosten
20.000 Euro wird die Installation der neuen Sitzauflagen insgesamt kosten. Für die Sitzelemente und die vielen Meter Handläufe im Umfeld des Königsplatzes war 2018 unbehandeltes Douglasienholz verwendet worden. Diese Materialwahl erfolgte im Rahmen der planerischen Konzeption unter Berücksichtigung gestalterischer, funktionaler und nachhaltiger Aspekte und entsprach dem abgestimmten Planungsvorschlag, so die Stadt Paderborn.
Eigentlich hatte die Stadt nach eigenen Angaben mit einer Haltbarkeit von 20 Jahren gerechnet. Doch auch die 530 Meter Handläufe mussten im Sommer 2024 bereits überarbeitet und nachträglich versiegelt werden.
Schönrechnerei
Die Stadt rechnet sich die zusätzlichen Arbeiten schön: Kosten seien nur für die Schutzversiegelung fällig geworden. Die Verarbeitung sei durch den Bauhof erfolgt, so dass keine zusätzlichen Kosten für externe Dienstleistungen angefallen seien. Doch auch die Mitarbeiter des Bauhofs arbeiten nicht umsonst. Austausch von Bauteilen oder nachträgliche Arbeiten binden Budget und Bauhofkapazitäten.
Ein Regressfall?
In Regress kann für diese erst zu heißen und jetzt schon maroden Bänke niemand genommen werden. „Die Materialwahl war Bestandteil der abgestimmten Planung und entspricht grundsätzlich den anerkannten Regeln der Technik. Die festgestellten Veränderungen sind typische Erscheinungen natürlicher Bewitterung“, so die Stadt Paderborn. Der BdSt NRW meint: Langlebig, robust, funktional – diese zentralen Kriterien müssen bei der Beschaffung von Stadtmöbeln im Vordergrund stehen, damit die Bürger lange etwas davon haben. Nur von Design und gutem Aussehen dürfen sich Kommunen bei der Auswahl von Bänken und Co. nicht verleiten lassen.
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