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Kreis Euskirchen mietet seit dem 1. Juli die Eifelhöhen-Klinik in Marmagen an

Bund der Steuerzahler Nordrhein Westfalen e. V. / Newsticker Nordrhein-Westfalen / Meldungen 10.07.2020, Janine Bergendahl

Wie teuer ist diese Porzellankiste?
 

 

In Zeiten von Corona gilt es vorsichtig zu sein. Man sorgt vor, deckt sich ein, sichert sich ab. So auch der Kreis Euskirchen: Hier wurde zum 1. Juli eine leerstehende Klinik für ein Jahr angemietet, um für die zweite Welle gewappnet zu sein. Wenn der Super-GAU eintritt, sollen Patienten nach Nettersheim-Marmagen gebracht werden, um die umliegenden Krankenhäuser zu entlasten. 

Die Idee, Platz in den Akut-Kliniken zu schaffen für Covid-19-Patienten, klingt auf dem Papier erst einmal gut. Trotzdem war der Aufschrei im Kreis Euskirchen groß, und gerade in den sozialen Medien wurde über den Sinn dieser Anmietung heftig debattiert, denn die Eifelhöhen-Klinik ist keine Unbekannte in den Schlagzeilen. Sie musste im Oktober 2019 wegen gravierender Hygienemängel geschlossen werden. Beanstandet wurden damals unter anderem verschmutzte Trinkwasserbehälter und ungenügende Schutzmaßnahmen gegen multiresistente Keime. Kurz danach wurde sie wieder geöffnet. Aber schon im Januar 2020 berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger (KStA), dass die Klinik erneut schließen musste. Schuld sei die Misswirtschaft der Aktiengesellschaft, die seit Jahren nicht mehr in die Klinik investiere, so der KStA. 
Andere Stimmen sind gegen die Anmietung, da der Kreis bisher nur wenige Corona-Patienten behandeln musste und die Krankenhäuser die Mehrbelastung gut auffangen konnten. So wurden bei der ersten Welle maximal 17 Fälle gleichzeitig im Krankenhausverbund Mechernich/Schleiden dokumentiert. Dies kann sich natürlich im „worst case“ schnell ändern.

Doch was erwartet die Patienten vor Ort? Schließlich wurde die Eifelhöhen-Klinik bisher ausschließlich als Reha-Klinik genutzt. Aktuell können dort, laut Kreis, gar keine Behandlungen durchgeführt werden, und es sollen auch keine weiteren medizinischen Geräte angeschafft werden. Die Klinik wird im Bedarfsfall als reine „Krankenhilfeeinrichtung“ genutzt, das heißt: Es werden nur Patienten versorgt, „die einerseits nicht (mehr) krankenhaus-behandlungsbedürftig sind, andererseits aber weder zu Hause noch in regulären Pflegeeinrichtungen versorgt werden können“. Innerhalb von maximal 72 Stunden will man im Katastrophenfall den Betrieb aufnehmen. Allerdings fehlt zurzeit noch ein Betriebskonzept. Wäre die Erstellung eines solchen Konzepts aber nicht vor der Anmietung sinnvoll gewesen? So zahlt man bereits Miete, hat aber noch keinen Plan für den Ablauf. 

Einen faden Beigeschmack bekommt die Anmietung der Eifelhöhen-Klinik zusätzlich durch die Intransparenz der Kosten. Auf eine Anfrage des Bundes der Steuerzahler NRW antwortet der Kreis Euskirchen: „Die Immobilie soll zu einer sehr geringen Grundmiete angemietet werden. Daneben sind die anfallenden Nebenkosten zu bezahlen. Im Belegungsfall – also erst, wenn die Einrichtung tatsächlich mit Patienten belegt wird – ist eine Tagespauschale pro belegtem Bett zu zahlen.“ Konkrete Zahlen nennt der Kreis nicht. Experten sind sich jedoch sicher, dass die Anmietung mindestens einen fünfstelligen Euro-Betrag pro Monat kostet. Die Nebenkosten werden ein Vielfaches jeden Monat betragen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste – aber wie teuer ist diese Kiste?

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