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Große Unterschiede bei Wohnnebenkosten im Land - aus der Steuerzahler 7/8 2020

Presseinformation 17.07.2020

Tübingen teuerste Stadt im Jahr 2020

Nicht nur laufend steigende Mieten bzw. Kaufpreise für Grundstücke und Baukosten machen das Wohnen immer teurer. Auch staatlich verursachte Steuern und Abgaben, welche Jahr für Jahr anfallen, – die sog. Wohnnebenkosten – belasten die Bürger immer stärker.

Viele Bürger haben in den letzten Jahren zu spüren bekommen, dass ein immer größerer Anteil des Einkommens für das Wohnen aufgebracht werden muss. Die immer höheren Kosten für das Wohnen sind ein dringendes gesellschaftliches Problem, das es zu lösen gilt. Die staatlich verursachten Wohnnebenkosten spielen dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle.

 

Stuttgart bundesweit über dem Durchschnitt

Der Bund der Steuerzahler veröffentlichte im Mai dieses Jahres ein bundesweites Ranking zu den Wohnnebenkosten für die Landeshauptstädte.

Teuerstes Pflaster beim bundesweiten Wohnnebenkostenvergleich 2020 ist Berlin (West) mit einer Belastung von 2.279,59 Euro. In der rheinland-pfälzischen Hauptstadt Mainz liegen die Kosten dagegen bei „nur“ 1.423.83 Euro. Stuttgart liegt mit 1.879,56 Euro fast 80 Euro über dem bundesweiten Durchschnitt (1.800,26 Euro). Im Vergleich aller Landeshauptstädte mussten die Stuttgarter Bürger den höchsten Anstieg der Wohnnebenkosten im Vergleich zum Vorjahr schlucken.

 

Vergleich für Städte in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg wurden jetzt die 20 größten Städte hinsichtlich der Wohnnebenkosten für 2020 miteinander verglichen. Dabei wurde ein Drei-Personen-Haushalt in einem exemplarischen Einfamilienhaus herangezogen, das auch als Muster für den bundesweiten Vergleich diente (Tabelle).

Allerdings belasten neben den jährlich anfallenden staatlich veranlassten Wohnnebenkosten, die in dem Vergleich berücksichtigt wurden, noch weitere Abgaben Mieter und insbesondere Eigentümer. Als Beispiel sei an dieser Stelle die Grunderwerbsteuer mit dem hohen Steuersatz von fünf Prozent in Baden-Württemberg genannt. Erschließungsbeiträge spielen ebenfalls eine gravierende Rolle. Und auch Gas- und Stromkosten verteuern das Wohnen zunehmend. Bei den Gas- und Stromkosten besteht jedoch für die Verbraucher zumindest die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln, um die Belastung zu reduzieren.

 

Offenburg am günstigsten – Tübingen teuerste Stadt

In den 20 größten Städten Baden-Württembergs reicht die Bandbreite bei den Wohnnebenkosten im Jahr 2020 von 1.471,15 Euro in Offenburg bis zu 1.986,78 Euro in Tübingen. Der Unterschied beträgt immerhin rund 515 Euro und damit fast 43 Euro pro Monat. Der Durchschnittswert für Baden-Württembergs 20 größte Städte liegt 2020 bei 1.678,80 Euro.

Beim Wasserentgelt liegen Stuttgart, Esslingen und Tübingen bei über 400 Euro für den Drei-Personen-Haushalt. Die Kosten für das Stuttgarter Trinkwasser sind mit 423,51 Euro um über 110 Euro höher als für Freiburgs Trinkwasser mit 311,28 Euro.

Die Spanne bei den Schmutzwassergebühren, deren Berechnung sich am Trinkwasserverbrauch orientiert, liegt zwischen 271,92 Euro in Reutlingen und 157,08 Euro in Ludwigsburg.

Auch die Niederschlagswassergebühr, die sich an der versiegelten Grundstücksfläche bemisst, ist in Ludwigsburg mit 37,70 Euro relativ niedrig und mit 131,30 Euro in Pforzheim verhältnismäßig hoch. Bei dieser Gebühr können die Gebührenzahler z. T. Einsparpotenziale ausnutzen, z.B. durch die Einleitung in Zisternen oder durch die Nutzung von Kies oder Rasengittersteinen. Dazu sollte man die örtliche Satzung prüfen.

 

Unterschiede bei Abfallgebühren

Vergleiche bei den Abfallgebühren sind relativ schwierig. Dies liegt daran, dass die gesetzlichen Vorgaben eher allgemein sind und die Kreise bzw. Kommunen sehr unterschiedliche Modelle gewählt haben. Für den Wohnnebenkostenvergleich wurden die Gebühren für ein einheitlich angenommenes Abfallvolumen herangezogen. Es handelt sich also nicht zwingend um das durchschnittliche Aufkommen bzw. die durchschnittliche Gebühr in der jeweiligen Stadt für einen Drei-Personen-Haushalt.

In den baden-württembergischen Städten gibt es die verschiedensten Tonnengrößen sowie Abholrhythmen. Bei den Gebühren findet man z. B. Grundgebühren, Leerungsgebühren oder Haushaltsgebühren. Manche Tonnen sind mit einem Chip ausgestattet, der jede einzelne Leerung registriert. Dann muss nur pro Abholung bezahlt werden. Dieses System wird durchaus als Anreiz zur Abfallvermeidung angesehen. In Stuttgart und Karlsruhe wird ein Vollservice statt des üblichen Teilservices als Standard angeboten. Beim Bioabfall gibt es in wenigen Ausnahmefällen (Aalen, Schwäbisch-Gmünd, Göppingen) statt der üblichen Tonnen sog. Biobeutel, die die Gebührenzahler bereitstellen können.

Die Abholung von Altpapier erfolgt üblicherweise kostenlos, da durch die Verwertung Einnahmen erzielt werden können. Daneben gibt es noch unterschiedliche Inklusivleistungen – z. B. bei der Entsorgung von Altglas oder Sperrmüll - je nach Kreis bzw. Stadt.

 

Einsparmöglichkeiten prüfen

Die ermittelten Gebühren liegen zwischen 188,40 Euro im Jahr in Konstanz und 420,56 Euro in Reutlingen. Besonderheiten sind in Reutlingen vor allem die eher unüblichen Gefäßgrößen (80 Liter- bzw. 140 Liter-Gefäße) sowie der relativ unflexible Abholrhythmus. Dieses System sollte auf den Prüfstand gestellt werden.

Für die Gebührenzahler lohnt es sich immer zu prüfen, ob nicht Einsparmöglichkeiten bei den Abfallgebühren bestehen. Häufig wird auch eine kleinere Gefäßgröße angeboten oder es kann z. B. ein Antrag auf eine Behältergemeinschaft gestellt werden. Das Kompostieren von Bioabfällen wird ebenfalls oftmals belohnt. Es lohnt sich daher immer ein Blick in die öffentliche Satzung

 

Grundsteuerbelastung in Tübingen hoch

Bei der Grundsteuer ist Tübingen Spitzenreiter im negativen Sinne mit einem Betrag von 738,69 Euro gefolgt von der Landeshauptstadt Stuttgart mit einem Wert von 670,07 Euro. Am geringsten fällt die Belastung in Aalen aus mit 277,87 Euro. Der von den Kommunen festgesetzte Hebesatz spielt in diesem Zusammenhang eine maßgebliche Rolle. Mit einem hohen Hebesatz fallen vor allem Freiburg mit 600 Prozent, Tübingen mit 560 Prozent und Pforzheim mit 550 Prozent auf. Auch Stuttgart liegt im Jahr 2020 (wieder) bei einem  höheren Hebesatz von 520 Prozent. Trotz hoher Rücklagen der Stadt und satter Haushaltsüberschüsse in den vergangenen Jahren entschied sich der Gemeinderat dafür, das Wohnen in Stuttgart zu verteuern.

Ein Lob geht dagegen an die Städte mit einem verhältnismäßig niedrigen Grundsteuerhebesatz. Dies sind insbesondere Friedrichshafen mit 340 Prozent, Sindelfingen mit 360 Prozent sowie Aalen und Göppingen mit jeweils 370 Prozent.

 

Wohnen muss bezahlbar bleiben

Das Wohnen muss in den baden-württembergischen Städten bezahlbar bleiben. Die staatlich verursachten Kosten dürfen nicht noch weiter ansteigen. Dies gilt insbesondere für die Belastung durch die Grundsteuer.

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